Ausbildung angehender Krankenschwestern auf THW-Übungsgelände

Krefeld, 4. Februar 2008 -- An zwei Tagen führte THW-Ausbilder Ulf Tabbert zusammen mit Kameraden der Feuerwehr Krefeld die insgesamt 42 Krankenpflege-Schülerinnen und Schüler der "Ausbildungsstätte der katholischen Krankenhäuser im Kreis Kleve" durch das Ausbildungs-Seminar "Rettung aus Trümmern".

Die Themen dieser besonderen, jeweils 8-stündigen Ausbildung sind vielfältig und fordern den Teilnehmern einiges an Schweiss ab:
Angefangen bei der Anwendung etablierter Trage- und Schleifmethoden mit teilweise behelfsmäßigen Tragen über den Transport von Verletzten mal ohne, mal mit Hilfsmitteln oder Behelfsmitteln bis hin zur Bekämpfung von klaustrophobischen Tendenzen beim Aufenthalt in den Trümmern oder beim Hineinkriechen in enge, unbekannte, dunkle und schmutzige Röhren und Gänge der Übungsanlage.

Bei drei der jungen Damen fiel schnell auf, dass sich diese bei den Übungen mit teils massiven Klaustrophobie-Symptomen ("Platzangst") konfrontiert sahen. Im Gespräch konnte der Ausbilder ein Akzeptanz-Empfinden erzeugen und den Damen beibringen, dass die Angst zwar nach wie vor existent ist, aber ihre Handlungsfähigkeit nicht mehr einschränkt.

Den Abschluss dieses Seminars bildete eine Einsatzübung, bei der die eingeteilten Gruppen u.a. ein Ausbilder als verschüttete Person samt (THW)-"Opfer"-Hund "Idefix" aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudeteiles retteten. Bei anderen Szenarien in den Stationen 3 und 5 - 8 wurden auch die Seminarteilnehmer selbst als Verschütteten-Mimen eingesetzt. So erlebt jeder die übungsmäßige Lage eines Verschütteten selbst einmal in der eigenen Haut und ist dadurch in der Lage solch schwierige Situationen ein Stück weit auch aus Opfersicht einzuschätzen. Kein Lehrbuch der Welt kann vermitteln, was und wie ein Verschütteter seine erhoffte Rettung wahrnimmt - knirschende Geräusche wenn sich die Retter über einem auf den Trümmern nähern - Angst vor zunehmender Enge, nachrutschender Trümmer, nachfließendes Wasser - Stimmen deren Herkunft man durch die Trümmer nur schwer bestimmen kann ... um nur einige der bewegenden Empfindungen zu nennen.

Sowohl die Teilnehmer als auch Ausbilder äußerten sich sehr positiv über das an diesen beiden Tagen Gehörte, Gesehene und vor allem Gespürte!

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Veröffentlicht am:
05.02.2009 - 13:17 von Sascha Bömken

Letzte Aktualisierung
06.03.2009 - 15:05