Vorzeitige Bescherung für das THW Krefeld

Krefeld, 13. Dezember 2009 -- Die Entfernung zwischen Krefeld und Elster in Sachsen Anhalt beträgt rund 550 Kilometer. Für das THW keine Distanz: Am vergangenen Samstag wurden auf dem Werksgelände des Spezialfahrzeugbauers EMPL in Elster insgesamt 43 neue Mehrzweckkraftwagen (MzKW) an die THW-Ortsverbände übergeben. Die Fahrzeuge für die 2. Bergungsgruppe wurden komplett mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung finanziert.

Im Februar 2009 hatten Bundestag und Bundesrat das Konjunkturpaket II beschlossen und dem THW rund 28 Millionen Euro für den Fuhrpark zur Verfügung gestellt. Das Geld wird bis zum Jahr 2011 in 250 neue Fahrzeuge investiert. Dadurch werden teilweise  über 30 Jahre alte Fahrzeuge ersetzt.

Nach der feierlichen Übergabe durch THW-Präsident Albrecht Broemme und der anschließenden umfangreichen Einweisung in die Technik der für den THW-Einsatz besonders umgebauten und speziell ausgestatteten Fahrzeuge, traten die Kraftfahrer den Heimweg nach Krefeld an.

Der Mehrzweckkraftwagen (MzKW) ersetzt einen Gerätekraftwagen (GKW) aus Baujahr 1982. Das neue Sonderfahrzeug wird als Einsatzfahrzeug in der 2. Bergungsgruppe des Technischen Zuges eingesetzt.

Es handelt sich um geländegängige LKW mit Doppelkabine und Ladebordwand, auf Basis des Typs MAN TGM 18.280. Nahezu mühelos bewegt das 280 PS starke Aggregat (V6 mit 7 Litern Hubraum) mit Automatikgetriebe die 18 Tonnen (zulässiges Gesamtgewicht) des Fahrzeuges. Weiterhin verfügt das Fahrzeug über einen Plane-Spriegel-Aufbau und einer 1.500 kg tragenden hydraulischen Ladebordwand (Hebebühne). Die Ausstattung selber ist in 6 Rollcontainern verlastet. Diese Bauweise wurde gewählt, da sie kostengünstiger und flexibler ist als ein fester Aufbau wie bei den bisher für diesen Zweck verwendeten Gerätekraftwagen.

Zur Be- und Entladung einzelner Rollwagen muss das Fahrzeug exakt waagerecht stehen, da die Container sonst verkanten. Zur Entladung der Container ist über die Laderampe hinaus ausreichend fester Untergrund nötig, da die kleinen, schmalen Containerollen sonst einsinken. Da die Ladung trotzdem sehr schnell abgesetzt werden kann, steht dem jeweiligen OV dann ein äußerst geräumiges und geländegängiges Transportfahrzeug auch für sperrigste Güter zur Verfügung.

Prototypen dieser Fahrzeuge wurden maßgebend in zwei Ortsverbänden erprobt. Im Ortsverband Sinzig wurde ein MAN LE 10.220 erprobt, im Ortsverband Siegen ein IVECO Tector 100E21. Der IVECO konnte sich aufgrund seiner geringeren Nutzlast und der kleineren Ladefläche nicht durchsetzen. Die Fahrzeuge sind seit 2006 in Beschaffung.

Die Ausstattung umfasst:

  • Stromerzeuger
  • Beleuchtungsausstattung
  • Verkehrssicherungssatz
  • Atemschutzgeräte
  • Sanitätsausstattung
  • Seile, Ketten, Anschlagmittel
  • Greifzug
  • Hydraulikheber
  • Kettenzüge
  • Umfangreiche Werkstattausstattung
  • Tauchpumpe
  • Schläuche
  • Motor- und Elektrosäge
  • sowie zahlreiche Sonderausstattungen



Veröffentlicht am:
14.12.2009 - 03:19 von Sascha Bömken

Letzte Aktualisierung
19.12.2009 - 14:20